20 Jahre Hurricane Festival in Scheeßel

 

Oder auch: 3 Wochen Abenteuer!

2016 ist das dritte Jahr in dem die RNO, eine Tochtergesellschaft von Nehlsen, beim Hurricane Festival in Scheeßel für die Reinigung und die Müllentsorgung verantwortlich ist. Seitdem die RNO in Zusammenarbeit mit Nehlsen diese Leistungen dort übernommen hat, haben sich die Reinigung und Sauberkeit auf dem gesamten Gelände deutlich verbessert.

Vorbereitung:

Die Vorbereitung für das Festival begann mit einer Inventur des Lagercontainers. Darauf folgte die Erstellung einer Bestellliste mit allen Dingen, die für die Durchführung der Reinigungs- und Entsorgungsdienstleistung auf dem Hurricane 2016 noch benötigt wurden. Es musste von Arbeitskleidung über Büromaterialien bis hin zu Besen, Rechen und Abfallgreifzangen vieles bestellt werden, worum sich der Azubi, also in diesem Falle ich, kümmern musste. Ein wichtiger Punkt war, dass alles zur richtigen Zeit und in der richtigen Menge geliefert wird bzw. selbst beschafft wird. Außerdem mussten natürlich auch die einzelnen Tagesabläufe und der Personalbedarf geplant werden. Am Tag vor der Abreise wurde nochmal alles kontrolliert und die gesamten Materialien in und auf die Fahrzeuge verladen.

Die Zeit vor Ort:

Das Hurricane fand dieses Jahr vom 23. bis zum 26. Juni 2016 statt. Das hieß für uns, dass wir am  16.06., also genau eine Woche vorher, nach Scheeßel aufbrechen mussten.

Wir waren anfangs 6 Männer und eine Frau – ich. Zwischendurch wurden es mehr Männer und über das Festival kam noch eine Kollegin aus dem Marketing vorbei, aber sonst war ich alleine die gute Fee des Camps. Meine Aufgaben über die drei Wochen waren die Betreuung und Verwaltung unseres Camps, Kaffee kochen, abwaschen, Tisch abwischen, für Ordnung sorgen, einkaufen und den Kühlschrank auffüllen, sowie einen Überblick über das Lager zu  behalten. Außerdem stand ich als ständiger Ansprechpartner für Fremdfirmen, oder bei eingehenden Lieferungen zur Stelle, wenn sonst niemand im Camp war. Für den einen oder anderen mögen diese Aufgaben schrecklich langweilig erscheinen, aber ich muss sagen, dass es mir schon Spaß gemacht hat und ich nie wirklich große Langeweile hatte, da doch immer was zu tun war. Zu meinen Aufgaben gehörte auch die Organisation des Fuhrparks, was bedeutet, dass alle die einen Fahrzeugschlüssel haben wollten, zu mir kommen mussten und der entsprechende Schlüssel, mit einem Vermerk zum Verbleib herausgegeben wurde. Dies war sehr wichtig, da wir vor Ort eine Vielzahl von verschiedenen Fahrzeugen einsetzten, die immer wieder von wechselndem Personal eingesetzt wurden. Nur so war es möglich zu wissen, wer momentan mit welchem Fahrzeug unterwegs ist.

Wir haben in einem kleinen Containerdorf gelebt, welches mit einem blickdichten Zaun abgegrenzt war. Unser Camp lag etwas außerhalb des direkten Festivalgeländes, was auch Vorteile hatte, da man die Musik nicht mehr ganz so laut gehört hat als wenn man direkt hinter der Bühne, so wie in den letzten Jahren schläft.

In der Woche vor dem eigentlichen Beginn des Festivals waren wir alle mit dem Aufbau beschäftigt. 700 Behälter wurden geliefert, die alle auf dem 200 Hektar großen Gelände verteilt werden mussten. Dazu mussten noch fünf  Recycling Stationen aufgebaut werden und so war wirklich jeden Tag gut was zu tun. Natürlich saßen wir jeden Abend zusammen, haben über den Tag gesprochen und den Tag entspannt ausklingen lassen.

Das Hurricane Festival machte seinem Namen in diesem Jahr alle Ehre. Pünktlich zum 20. Jubiläum schlug das Wetter um und es fing jeden Tag an zu regnen. Zwar waren es immer über 25 Grad, aber der Regen hat es uns nicht leicht gemacht. Am Anreisetag der Besucher war zwar strahlender Sonnenschein, aber in der Nacht ging die Welt unter. Ein kräftiges Unwetter zog über Norddeutschland und die Blitze haben den Himmel wieder taghell erleuchtet. Allen Festivalbesuchern wurde geraten in ihre Autos zu gehen und dort auch anderen Schutz zu bieten. Das war doch ein guter Start für ein Musikfestival im Sommer. Am Freitag sollten es 30 Grad werden und tagsüber kam es auch so. Abends sollte wieder ein Unwetter über Scheeßel ziehen, weshalb auch für 2 Stunden das Festivalgelände geschlossen wurde. Am Samstag hat es die meiste Zeit geregnet und die Schlammschlacht nahm seinen Lauf. Die Öffnung des Festivalgeländes wurde immer wieder auf eine spätere Uhrzeit verschoben, bis der Festivalbetrieb für diesen Tag schließlich ganz abgesagt wurde. Durch den ganzen Regen und Wind sind viele Zelte kaputt gegangen und standen unter Wasser. Die festivaltreuen Besucher haben dann den Samstagabend dafür genutzt, auf dem sogenannten Playground eine richtige Schlammparty zu feiern. Von Schlammcatchen über Surfen auf Matratzen bis hin zur einfachen Schlammschlacht wurde dort alles geboten. Man muss eben das Beste aus jeder Situation machen.

Trotz des Wetters war es dieses Jahr auch wieder stressig für uns. Zwar konnten wir mit unserem Müllfahrzeugen nicht auf das Gelände kommen, aber trotzdem musste das Gelände ja sauber bleiben. So musste alles per Hand aufgesammelt werden. Mit über 100 Mann waren wir während des Festivals und noch anderthalb Wochen später täglich vor Ort und haben das Gelände gereinigt und den Müll aufgesammelt.

Die Zeit nach dem Festival war auch wirklich sehr interessant! Man glaubt gar nicht wie viele Leute ihre Zelte, Pavillons und andere Gegenstände liegen lassen. Dieses Jahr war es wetterbedingt natürlich noch mehr, aber trotzdem sah das Gelände aus wie ein Schlachtfeld. Um den ganzen Sperrmüll zu beseitigen, haben wir in enger Zusammenarbeit mit einem Fuhrunternehmen verschiedene Techniken und Anbauten entwickelt, um den ganzen Sperrmüll zusammen zu schieben und mit einem Bagger in Container zu verladen, bis das gesamte Gelände wieder sauber war.

Fazit:

Im Nachhinein würde ich diese 3 Wochen immer wieder mitmachen! Ich hatte wirklich Spaß und es war interessant zu sehen was alles hinter einem Festival steckt. Die ganze Organisation und was sich hinter den Kulissen abspielt. Auch wenn es genügend Stresssituationen gab, war auf jeden Fall eine Erfahrung wert!

img_6786img_6512Aufräumarbeiten nach dem Festival.img_6522Aufräumarbeiten nach dem Festival

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